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FRIEDEMANN BACH 017.41
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Regie:
Traugott Müller
Drehbuch:
Helmut Brandis und Eckart von Naso nach einer Filmnovelle von Ludwig Metzger
Drehstab:
Kamera: Walter Pindter; Musik: Mark Lothar unter Verwendung von Kompositionen von Johann Sebastian Bach und Friedemann Bach; Orchester: Staatskapelle Berlin, Professor Diener und sein collegium musicum; Cembalo: Conrad Hansen; Orgel: Günther Ramin; Violinsolo: Rudolf Schulz; Chor: Thomas-Chor; Tänze: Werner Stammer; Bauten: Artur Günther, Willi Eplinius und Herta Böhm; Kostüme: Vera Mügge; Ton: Walter Rühland; Schnitt: Alexandra Anatra; Produktionsassistent: Günther Regenberg; Regieassistent: Ulrich Erfurth; Aufnahmeleiter: Gustav Wehrand und Tommy Thomas; Standfotograf: Erich Tannigel

Darsteller (Rollen):
Eugen Klöpfer (Johann Sebastian Bach)
Gustaf Gründgens (Friedemann Bach, sein Sohn)
Wolfgang Liebeneiner (Philipp Emanuel Bach, sein Sohn)
Leny Marenbach (Komtesse Antonia Kollowrat)
Hermine Körner (Gräfin Kollowrat, ihre Mutter)
Camilla Horn (Mariella Fiorini, Tänzerin)
Johannes Riemann (Heinrich Graf von Brühl, Hofminister in Dresden)
Franz Schafheitlin (Siepmann, sein Sekretär)
Lina Lossen (Magdalena Bach, Gattin des Johann Sebastian Bach)
Lotte Koch (Friederike, beider Tochter)
Gustav Knuth (Christoph Altnikol, Friedemanns Freund, späterer Gatte Friederikes)
Wolf Trutz (Franz, Faktotum bei Johann Sebastian Bach)
Ernst Dernburg (August III., Kurfürst von Sachsen und König von Polen)
Liselott Schaak (Josepha, seine Gemahlin)
Annemarie Steinsieck (Frau von Erdmannsdorf)
Sabine Peters (Charlotte von Erdmannsdorf)
Paul Bildt (Lohmann, Musikalienhändler)
Otto Wernicke (Der Kunde im Musikladen)
Albert Florath (Der Wirt der Herberge in Dresden)
Alfred Schieske (Der Wirt in Braunschweig)
Eric Helgar (Ein Gast bei Fiorini, der ein Lied vorträgt)
Leopold von Ledebur (Ein Höfling, Gast bei Fiorini)
Meta Weber (Therese, Mädchen bei Fiorini)
Fred Goebel (Ein Begleiter Fiorinis bei Friedemanns Konzert vor dem König)
Angelo Ferrari, Peter C. Leska, Michael von Newlinski, Georg A. Profe (Vier Verehrer und Gäste bei Fiorini)
Karl Hellmer (Der Gärtner bei Philipp Emanuel Bach in Potsdam)
Wolfgang Staudte (Ein Musiker bei Philipp Emanuel)
Just Scheu (Der königliche Kurier aus Dresden)
Magnus Stifter (Der Zeremonienmeister des Königs in Dresden)
Franz Arzdorf (Ein Kammerherr am königlichen Hof in Dresden)
Werner Scharf (Der Baron am Dresdener Hof bei der Nymphenballettaufführung)
Werner Stammer (Fiorinis Tänzer im Nymphenballett)
Annemarie Schäfer (Eine junge Dame am königlichen Hof in Dresden)
Heinrich Schroth (Ein Mitglied des Konsistorialrates, Fürsprecher Friedemanns)
Walter Werner (Der Prinzipal der fahrenden Theatertruppe)
Franz Weber (Der Friedhofsgärtner)
Vera Comployer (Elvira, Mitglied der fahrenden Theatertruppe)
Erich Dunskus, Wolfgang Klein, Annemarie Schreiner (Drei weitere Mitglieder der fahrenden Theatertruppe)
Boris Alekin (Marchand, französischer Musiker)
Achim von Biel (Ein Gast bei Johann Sebastians Familienabend)
Walter Tarrach (Lemme, Orgelkandidat in Braunschweig)
William Huch (Der Diener des Kirchenrates in Braunschweig)
Kurt Stieler (Ein Mitglied des Kirchenrates)
Paul Luka (Der Arzt bei dem sterbenden Friedemann)

Wolfgang Heise, Kurt Eggers-Kestner, Robert Mayer

Produktionsjahr:
1941
Produktion:
Terra-Filmkunst G.m.b.H., Berlin
Atelier:
Ufastadt, Babelsberg
Tonsystem:
Tobis-Klangfilm
Produktionskosten:
etwa 1 912 000 RM (An)
Drehzeit:
14.10.1940 bis Ende Februar 1941
Zensur:
20.06.1941 - B.55485 - 2784 m - 11 Akte - Jf. ab 14 Jahre (An) (ungültig am 14.07.1944)
26.06.1941 - B.55598 - 73 m - 1 Akt - Jf. ab 14 Jahre (Vorspannfilm)
17.06.1944 - B.60304 - 2790 m - 11 Akte - Jf. ab 14 Jahre (An) (Doppelprüfung)
Prädikate:
"Künstlerisch wertvoll"
"Kulturell wertvoll"
Verleih:
Terra-Filmkunst G.m.b.H., Berlin
Filmprogramme:
BFK 3195, PvH 1734
Uraufführung:
25.06.1941 Dresden (Universum) (An)
16.07.1941 Berlin (Capitol)

Inhalt:
Friedemann Bach hat seine Arbeit als Organist in Halle hingeworfen, weil er sich in der Musik keine Vorschriften machen lassen will, und kehrt in das Haus seines Vaters Johann Sebastian Bach zurück. Der Vater führt mit ihm ein ernsthaftes Gespräch, in dem er seine großen Sorgen um ihn äußert. Doch Friedemann lenkt ab, und dadurch erfährt der Vater endlich von der Liebe seiner Tochter Friederike zu seinem Schüler Altnikol. Niemand in der Familie hatte den Mut, mit dem Vater darüber zu reden. Friederike und Christoph Altnikol sind glücklich, sich verloben zu dürfen.

Johann Sebastian Bach bekommt eine Einladung zu einem Konzert am Dresdner Hof. Da er als Kantor der Thomaskirche Leipzig nicht verlassen will, schickt er seinen ältesten Sohn. Friedemann spielt eine eigene Komposition und hat großen Erfolg. Besonders beeindruckt ist die Komtesse Antonia Kollowrat. Sie verehrt und bewundert Friedemann. Graf von Brühl stellt ihm einen Posten als Hofkomponist in Aussicht.

Auf Drängen der Tänzerin Mariella Fiorini komponiert Friedemann widerstrebend ein Nymphenballett für sie. Obwohl es ein großer Erfolg wird, weiß er nach der Vorstellung, daß er sich auf dem falschen Weg befindet. Als Antonia ihm ins Gewissen redet, bemerkt er ihre große Liebe zu ihm und erkennt, daß sie die Frau ist, mit der er leben möchte, und nicht Mariella, mit der er eine kurze Liebschaft hatte. Als Antonia von dieser Liaison erfährt, hält sie trotzdem zu Friedemann und weist den Antrag von Heinrich Graf von Brühl zurück.

Friedemann schreibt jetzt wieder Musik, die aus seinem Herzen kommt. Er will neu anfangen und, sobald er eine neue Anstellung gefunden hat, Antonia heiraten. Er erhofft sich Hilfe von seinem Vater, doch als er nach Leipzig kommt, ist der Vater gerade gestorben. Friedemann erleidet einen Rückschlag nach dem anderen. Nach mehreren Monaten ist seine letzte Hoffnung Braunschweig, wo er vorspielen soll. Doch auch hier wird er abgelehnt, da trotz allen Könnens die Frömmigkeit fehle. Auf Vorsprache seines Freundes Altnikol beim Konsistorialrat bekommt Friedemann die Chance für ein nochmaliges Vorspielen. Er weigert sich zunächst. Doch als auch Antonia, die ihm hierher nachgereist ist, ihn bittet, im Stil seines Vaters vorzuspielen, sagt er widerstrebend zu. Er hat schon die Zusage für die Anstellung, als er nochmals gerufen wird. Es ist erkannt worden, daß er ein Frühwerk seines Vaters gespielt und für sein eigenes ausgegeben hat. Durch diesen Betrug wird er nun doch abgelehnt. Friedemann rechtfertigt sich damit, daß sie nichts anderes kennen und kennen wollen. Er gehe an seinem Vater und seinem großen Namen zugrunde. Antonia versteht ihn nicht und macht ihm in ihrer Enttäuschung so heftige Vorwürfe, daß es zum Bruch zwischen den beiden kommt.

Jahrelang hört niemand etwas von Friedemann. Eines Tages findet Christoph Altnikol seinen Freund bei einer fahrenden Theatergruppe und will ihn zur Rückkehr bewegen. Doch Friedemann weigert sich. Als er erfährt, daß Antonia inzwischen die Frau des Ministers Brühl geworden ist, beschließt er, sich für diesen Verrat zu rächen. Brühl hört von der Ankunft Friedemanns mit der Theatergruppe in Dresden und berichtet Antonia davon. Sie bittet ihren Mann, sie zu Friedemann gehen zu lassen, da sie nicht zusehen könne, wie er zugrunde geht. Brühl will sie vor der bevorstehenden Enttäuschung bewahren, doch läßt er ihr schließlich ihren Willen. Es kommt zu einem heftigen Auftritt zwischen Friedemann und Antonia. Brühl läßt Friedemann verhaften und nur unter der Bedingung frei, daß er nie wieder nach Sachsen kommt.

Jahrelang bleibt Friedemann verschollen. Völlig heruntergekommen taucht er eines Tages in Potsdam auf, wo sein Bruder Philipp Emanuel zu den Hofmusikanten Friedrichs des Großen gehört. Doch flieht er, als sein Bruder ihn erkennt. Emanuel findet ihn erst in einer Berliner Musikalienhandlung wieder, wo es zwischen Friedemann und einem Kunden zu einem Handgemenge gekommen ist, weil der Mann sich verächtlich über die Musik Johann Sebastian Bachs geäußert hat. Emanuel bringt seinen todkranken Bruder in sein Haus. Auf Friedemanns Bitte spielt er ihm etwas vom Vater vor. Friedemann stirbt, während er wieder zu seinem Vater findet, dessen überragende Größe für ihn so hinderlich war.

Biographischer Roman

Anmerkungen:
Der Film entspricht teilweise nicht den historischen Tatsachen.

Bis Januar 1942 betrug das Einspielergebnis des Films 2 688 000 RM.

Der Film durfte auch am Karfreitag, Bußtag und Heldengedenktag vorgeführt werden.

Die Uraufführung in Dresden fand in festlichem Rahmen statt. Der Dresdener Kreuz-Chor unter seinem Leiter Professor Mauersperger sang einige Kompositionen von Friedemann Bach. Im Vorraum des Theaters wies eine Ausstellung auf die Bindungen Friedemann Bachs zu Dresden hin. Man sah dort u.a. Originalhandschriften des Komponisten, die sein Wirken in Dresden verdeutlichten.

Historische Hinweise:
Johann Sebastian Bach – vgl. 132.32

Wilhelm Friedemann Bach, ältester Sohn Johann Sebastian Bachs, war von 1733 bis 1746 Organist der Sophienkirche in Dresden, 1746 bis 1764 Organist in Halle, dann unstet; starb verarmt in Berlin. Er komponierte Klaviersonaten und -konzerte, Fugen, Sinfonien und Kantaten. Geboren am 22.11.1710 in Weimar, gestorben am 01.07.1784 in Berlin

Carl Philipp Emanuel Bach, Sohn Johann Sebastian Bachs, war von 1741 bis 1768 Hofcembalist Friedrichs des Großen, dann Kirchenmusikdirektor in Hamburg; Komponist der „Empfindsamen Epoche“; Klaviersonaten, Sinfonien, Kammermusik, Lieder und Kantaten; „Versuch über die wahre Art, das Clavier zu spielen“. Geboren am 08.03.1714 in Weimar, gestorben am 14.12.1788 in Hamburg

Heinrich Graf von Brühl, kursächsischer Staatsmann; trat 1720 in den Dienst Augusts des Starken, wurde 1733 Kammerpräsident und 1746 Premierminister unter August III., den er völlig beherrschte. Es gelang ihm, alle wichtigen Staatsämter in seiner Hand zu vereinigen. So sammelte er ein riesiges Vermögen, während die Staatsverwaltung verfiel. Im siebenjährigen Krieg floh er mit dem König nach Warschau und starb kurz nach der Rückkehr. Geboren am 13.08.1700 in Gangloffsömmern (Thüringen), gestorben am 28.10.1763 in Dresden

August III., König von Polen, als Friedrich August II. Kurfürst von Sachsen, Sohn Augusts des Starken; wurde 1733 zum polnischen König gewählt; er war seit 1719 vermählt mit Maria Josepha, Tochter des Kaisers Joseph I.; die Wirtschaftsführung seines Ministers, des Grafen von Brühl, hinterließ den Staat verschuldet, die Armee vernachlässigt. Geboren am 17.10.1696, gestorben am 05.10.1763 in Dresden


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